Krieg in Europa 7. und 8. Fahrt Menschen mit Behinderung aus der Ukraine zu holen

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Was kann ein einzelner schon tun gegen die Katastrophen in dieser Welt?

Diese 7. Tour parallel zur 6.und 8. soll nach Zagreb gehen. Die Ukrainer haben alles selbst geregelt wo sie in Budapest übernachten und werden in Kroatien, in Zagreb erwartet. Sie brauchen nur einen Bus der sie fährt und können sich sogar an den Kosten beteiligen. Prima, Axel meldet sich hin und wieder, weil er gerne wieder fahren will und der Gelenkbus aus Hessisch- Lichtenau ist ideal für diese Fahrt ist mit den 41 Sitzplätzen und 6-8 Rollstuhlplätzen. Als ich ihn frage ob er diese Tour übernehmen will, sagt er sofort zu und will sich schon direkt am nächsten Tag auf den Weg machen. Aber so schnell geht es dann doch nicht und die Ukrainer brauchen noch einen Tag.

Die gewünschten Lebensmittel, Matratzen, Staubsauger, Trockner,…alles wird in den Bus gepackt bis er richtig voll gestopft ist.

Donnerstag, den 24.03.2022 Axel fährt als einziger Fahrer los und nimmt Bernd als Begleitung mit, der aber leider keinen Busführerschein hat.

Plötzlich kommt die Nachricht, das Kroatien der Gruppe absagt und sie doch nicht kommen können. Oh nein, nun ist der Bus unterwegs und ich muss eine neue Zieladresse finden für die Gruppe. Gott sei Dank findet Soft Tulip in den Niederlanden meistens gute Organisationen für unsere Gruppen und auch die Gruppe der 6. Tour ist in den Niederlanden gut untergekommen. Aber diese Leute passen von der Anzahl und Art der Behinderung auch gut zu dem was Freundeskreis Mensch in Gomaringen anbieten. Nach einem längeren Telefonat mit dem Leiter steht der Entschluss die Gruppe dort unterzubringen. Nun noch schnell das Hotel in Deutschland umbuchen, weil es nach Süddeutschland geht, passt Hohenstein- Ernstthal bei Zwickau besser in den Streckenverlauf.

Freitag, den 25.03.2022 während Axel mit dem Bus auf dem Weg ist, fliegt Hüg von Brüssel nach Warschau und begibt sich umgehend an die Grenze um die Fahrer beim Grenzübergang zu unterstützen. Von unterwegs schickt er Fotos in die Fahrergruppen und gibt Anweisungen was an welchem Grenzübergang besonders zu beachten ist, welche Dokumente wo gebraucht werden.

Auch das Presseteam und CEO von Joni and Friends machen sich auf den Weg nach Polen an die Grenze um zu sehen wie unsere Evakuierungen laufen. Unsere Partner in der Ukraine sind der Organisation von Joni and Friends angeschlossen. Hüg nimmt den CEO gleich unter seine Fittiche und zeigt und erklärt ihm alles. Der Nachrichtensender CNN ist auch da und es werden viele Fotos und Filme gemacht. Abends sehe ich in den Nachrichten dass der US Präsident Joe Biden auch an dem Wochenende in Polen war. Ganz schön was los hier.

Samstag, den 26.03.2022 Axel, Bernd und Hüg fahren bis nach Luzk und übernachten in dem Rehazentrum unserer Ukrainischen Partner. Dort können sie alle Hilfsgüter abladen.

Heute kommen auch die Söhne von Firma Södermanns und zwei weitere Fahrerinnen an die Grenze, bringen Rollstühle, Matratzen und Lebensmittel. Das ist sozusagen unsere 8. Fahrt in die Ukraine. Sie holen eine Frau aus der Ukraine ab und nehmen ein Ehepaar mit das schon in Polen auf sie wartet um nach Bad Bellingen gebracht zu werden. Die Frau ist blinde Diabetikerin und ist hochschwanger. Ihr Mann hat eine Gehbehinderung.

Sonntag, den 27,03.2022 Hüg Axel und Bernd feiern den Gottesdienst der ukrainischen Gemeinde direkt neben dem Rehazentrum mit. Was für eine Ermutigung dieser Besuch für unsere Freunde im Krieg sein muss.

Montag, den 28.03.2022 nach einer weiteren Übernachtung mit der Gruppe in Zamosc geht es nach Deutschland in das Betlehemsstift zur nächsten Übernachtung auf der Etappe.

Dienstag, den 29.03.2022 Nachmittags kommt der Bus in Gomaringen an und die Gruppe kann ihre Apartments in der Einrichtung Freundeskreis Mensch beziehen. Sie liegen jetzt genau zwischen Schönblick und Bad Bellingen wo unsere anderen Gruppen in Deutschland untergebracht sind.

Vier Wochen sind wie im Flug vergangen und für alle Beteiligten waren es sehr besondere Erlebnisse an diesem Projekt beteiligt zu sein.

Das hier ist wirklich ganz und gar Gottes Projekt. Ich staune welche Dynamik sich aus dem Gedanken entwickelt hat ein paar Sprinter los zu schicken um mit Pete aus England zusammen wenigstens ein paar Menschen aus der Ukraine zu holen. Dieses Wochenende werden aus den paar Ukrainern schon über 300. Gott schenkt es uns Teil seines Planes für das Leben dieser vor der Welt unbeachteten, aber von ihm geliebten Menschen sein zu dürfen.

Diese Postkarte habe ich von meiner Freundin im Dezember zum Geburtstag bekommen. Sie passt so krass zu diesem Projekt, dass ich nur staunen kann.
Joni Eareckson Tada schickt uns ein Video in dem sie sich bei uns allen bedankt.

https://fb.watch/c4zzfSJWnm/