Teil 2 Krieg in Europa

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Was kann ein einzelner schon tun gegen die Katastrophen in dieser Welt?

2. Fahrt Menschen mit Behinderung aus der Ukraine zu holen

Donnerstag, den 03. März Start der zweiten Tour in die Ukraine mit 10 Transportern und 20 Fahrern.

Zwei Fahrer die in Hohenstedt-Ernsthal zur Ablösung kamen waren direkt zur zweiten Fahrt dabei.

Zu den vier Transportern mit Fahrern die sich an diese Fahrt beteiligten gesellte sich eine Firma die Fahrzeuge barrierefrei umbaut mit sechs weiteren Sprintern und Fahrern.

Eine Kolonne von 10 Fahrzeugen und 20 Fahrern die sich nicht alle kannten, machten sich aus ganz verschiedenen Gegenden Deutschlands auf den Weg um um 39 Ukrainer mit Behinderung inkl. Ihrer Familien und Betreuungspersonen abzuholen.

Auch ein Familienhund darf dabei nicht fehlen.

Freitag, den 04. März um 11.00Uhr ist der vereinbarte Treffpunkt an dem alle zusammen in einer Kolonne durch die Grenze fahren müssen. Bis alle Fahrzeuge zusammen waren, dauerte es noch zwei Stunden.

Dann stellte sich heraus, dass einige Fahrer keine Reisepässe hatten und einer gar nur einen abgelaufenen Personalausweis.

Nach langem Warten und vielen Kontrollen gab es um 2.00 Uhr Nachts endlich eine Freigabe für bestimmte Personen an der ukrainischen Grenze.

In dem Gewusel der vielen Menschen entdeckten unsere Ukrainer ein bekanntes Gesicht. Eine Frau aus der Gemeinde ging zu Fuß mit ihrem sechsjährigen Sohn und ihrem Sohn im teenageralter im Rollstuhl. Schnell wurde für die drei noch Platz geschaffen und der Junge im Rollstuhl legte sogleich im Bus seinen Kopf aus die Knie und schlief vor Erschöpfung sofort ein.

Während viele Bürger der Ukraine mit nichts zu Fuß unterwegs sind, bringen andere ihre teuren Autos leer über die Grenze in Sicherheit.

In Polen übernachten alle im Hotel in Lublin. Dort ist der Aufzug leider so schmal dass ein Mann mit Glasknochen die Treppen hoch getragen werden muss. Noch aufgewühlt von all den Eindrücken an der Grenze schlafen nicht alle gut.

Samstag, den 05. März

Bevor es nach dem Frühstück weitergeht, wird erst einmal in der Gruppe zusammen der Losungstext gelesen. An diesem Tag ist es Psalm 65,9 „Du machst fröhlich, was da lebt im Osten wir im Westen.“ Was für eine passende Stelle für ausgerechnet diesen Tag an diesem Ort.

Bevor die Reise weitergeht, wird noch über die Erfahrungen von gestern ausgetauscht, gebetet.

Diese Reflektion tut allen gut und lässt die Gruppe zusammenwachsen.

Unterwegs gibt es ab und zu Pausen bei Schnellimbissen die auch über rollstuhlgerechte Toiletten verfügen.

Die Übernachtung im Betlehemsstift Hohenstein -Ernstthal ist eine Herausforderung mit so vielen Personen. Die 20 Fahrer übernachten in einem anderen Gebäude. Was für eine großartige Gastfreundschaft nun schon zum zweiten Mal so eine große Gruppe zu beherbergen ohne Kosten zu berechnen, obwohl sie die Coronazeit, wie alle anderen Gästehäuser sicher auch belastet hat.

Sonntag, den 06. März weiterfahrt nach Schwäbisch Gmünd in das Gästehaus Schönblick. Dort

werden sie von der letzten Gruppe überschwänglich empfangen. Was für eine Freude Familienmitglieder und Freunde wohlbehalten wiederzuhaben. Die Fahrer treten am nächsten Tag die Rückreise an und mit neuen Fahrzeugen und Fahrern geht es weiter bis zum Ziel in die Berge nach Bad Bellingen. Innerhalb von drei Tagen hat Marion Koch aus unserem Arbeitskreis mit Helfern das Haus zurechtgemacht für die Gäste aus dem Osten.

Mittwoch, den 09. März Start der dritten Tour in die Ukraine. Diesmal ist Amsterdam der Zielort.